"Alter" Turnierhase

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Sugar-for-Rick
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Beitrag von Sugar-for-Rick » 18.06.2010 14:35:51

Danke, eps. :D

[quoteb1="eps"]da werden nicht nur einzelne lange Gräser gepflückt, sondern auch nur bis zu einem gewissen Geschmacksgrad gefressen! :D
[/quoteb1]
Genau, und der Teil des Grünzeugs, der nicht schmeckt, wird fein säuberlich wieder ausgespuckt, während fleissig weitergekaut wird. :lol: Aber eigentlich ist so eine Geschicklichkeit ja erstaunlich. :D

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Beitrag von eps » 18.06.2010 14:41:39

[quote87="Sugar-for-Rick"]Danke, eps. :D

[quote87="eps"]da werden nicht nur einzelne lange Gräser gepflückt, sondern auch nur bis zu einem gewissen Geschmacksgrad gefressen! :D
[/quote87]
Genau, und der Teil des Grünzeugs, der nicht schmeckt, wird fein säuberlich wieder ausgespuckt, während fleissig weitergekaut wird. :lol: Aber eigentlich ist so eine Geschicklichkeit ja erstaunlich. :D[/quote87]

Ich würde sagen Überlebensnotwendig. Hast du mal beobachtet wie geschickt Pferde beim Grasen, das weniger Schmackhafte/Ungenießbare mit der Zunge wieder hinausbefödern... und mit welcher Exaktheit und Geschwindigkeit? Phenomenal! :D

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Sugar-for-Rick
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Beitrag von Sugar-for-Rick » 18.06.2010 19:51:04

:D

Ich kenne eben auch viele Pferde, die stopfen einfach alles in sich rein, was grad vor die Nase kommt - Rasenmäher mit Hufantrieb halt. :wink:

Da ist mir so ein selektiver Fresser schon lieber - vor allem wegen den Giftpflanzen.

Rick ist allgemein ein sehr mäkeliger Fresser. Misch dem ja kein Pülverchen (sei es nun Medikament oder Mineralfutter) unter sein Kraftfutter. Der rührt nichts mehr an. Und nachdem das "kontaminierte" Futter entfernt wurde muss erst die Futterraufe fein säuberlich gewaschen werden, bevor er dann nach langem Zögern wieder was daraus frisst. :?

Zum Glück habe ich ein Mineralfutter gefunden, das er richtig gerne frisst. :)

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Sugar-for-Rick
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Beitrag von Sugar-for-Rick » 21.06.2010 13:56:35

Freitag, 18. Juni 2010

In einer Regenpause machte ich einen kleinen Ausritt. Rick war hellwach und suchte den Wald nach Gespenstern ab. Im Trab regte er sich richtig auf und konnte anschliessend kaum noch Schritt gehen. Und im Galopp war ich massiv am Bremsen. Na das konnte ja heiter werden... :roll:

Das Waschen der Beine, Hufpflege, Schubbern mit „Shampoo aus der Sprühflasche“ und Einflechten liess er dann gelassen über sich ergehen. Bei dem Wetter war es einfach zu kalt für ein Vollbad. :?


Samstag, 19. Juni 2010

Wir kamen um 06.30 Uhr in den Stall. Rick hatte sein Morgenfutter schon gehabt und kam zu mir, als er mich mit Halfter und Transportgamaschen beladen sah. Ein gutes Zeichen. :wink:

Wie immer bekam Rick im Hänger noch ein 2. Frühstückchen (2 Handvoll Müesli), so war er schnell eingestiegen, und wir konnten im Trockenen das ganze Equipment im Hänger verstauen. Um 06.50h ging es bereits los.

Auf der Fahrt begann es heftig zu regnen. :roll: Zum Glück hatten wir das 3 x 3-Meter-Regenzelt dabei.

Der Parkplatz des Turniergeländes befindet sich in einer Kiesgrube. Es hatte zwar vom tagelangen Dauerregen einige grosse Pfützen. Aber allgemein war der Untergrund sehr gut und sicher besser als auf einer Wiese.
Wir kamen kurz vor dem Turnierbeginn an, so lud ich Rick gleich aus und zeigte ihm an der Hand schon mal die Show-Halle und die Abreithalle. Er lief ganz ruhig neben mir her und schaute sich mal die tief hängenden grossen Spiegel an, dann war gut.
Anschliessend konnte Rick in Ruhe sein Morgenheu fressen - wir kamen noch nicht gleich dran.

Im Showbüro bekam ich dann das Pattern für die Trail Challenge (ein Jackpot-Trail mit 5 Teilprüfungen). Meine Güte, waren das viele Stangen!! Aber zuerst musste ich mich mal auf das AQHA Amateur Trail konzentrieren, für das ich schon zu Hause trainieren konnte.

Ich machte Rick bereit und legte ihm vorsorglich seine Keramik-Nierendecke auf. Bei dem Nass-kalten Wetter sollten seine Muskeln möglichst warm bleiben. Die Decke blieb auch beim Abreiten und anschliessenden Warten auf meinen Start ständig drauf. Offenbar war das keine schlechte Idee, denn Rick lief schon beim Abreiten locker und geschmeidig. In der Show-Halle hatte es einen abgesperreten Warte-Raum, so konnte man sich im Trockenen aufhalten. Von dem her war es auf dieser Anlage nicht ganz so schlimm wegen dem Regen.

Es kam mein 1. Start. Es war fair und grosszügig gestellt, nur das Lope-over war etwas knifflig mit seinen ungleichmässigen Abständen, weil 1-farbige Stangen verwendet wurden. Sonst kann man sich doch bei der Parcoursbesichtigung einfach die Farbstreifen der Stangen merken, über die man drüber will. :wink: Zwischen 2 Stangen passte dann prompt die Entfernung nicht. Rick schob sich wie eine Ziehharmonika zusammen und quetschte einen zusätzlichen Galoppsprung dazwischen. Ich war begeistert!! :) Der Rest gelang uns bei auf 1-2 Ticks gut. Wir gewannen das Trail mit 70,5. :D
Später sah ich auf dem Scoreblatt, dass es für den „Quetscher“ im Lope over eine -1/2 für die Manier gegeben hatte. Aber viel lieber das als 3 Penalty für ein Break of Gait. :wink:

In der Mittagspause bekam Rick sein Kraftfutter und durfte auch etwas an der Hand Grasen. Diese Ablenkung tut ihm jeweils gut an einem langen Turniertag.

Nach dem Mittag war dann die Trail Challenge. Es ging los mit dem Einreiten in eine Box, die nur zu 3 Seiten geschlossen war. Drehung nach links 270 Grad, und dann gleich Einfädeln in ein Back-Hindernis mit 2 Gassen, wo man in der Mitte die Seite wechseln muss. Da tickte Rick leicht an eine Stange, schade. Dann im Trab über eine enge Serpentine mit 5 Stangen. Gleich daneben begann das Links-Lope over. Ohne etwas Ausholen im Trab hatte man keine Chance, da sauber anzufangen. Also liess ich Rick einen kleinen Bogen traben, und wir kamen gut darauf zu. Das Lope over umfasste 9 Stangen mit engen Bögen und Kringeln. Wie ein Anfänger zählte ich laut mit, aber dafür stimmten Takt und Abstände. :wink: Dann ging es zurück in den Jog, und es mussten 5 Stangen inkl. einem rechtwinkligen Stangen-Kreuz überritten werden. Gleich im Anschluss an eine enge Wendung kam das Rechts-Lope over mit insgesamt 10 Stangen, das in 2 Linien à 5 Stangen mit einem engen Kringel in der Mitte geritten werden musste. Wieder zählte ich mit – Rick tickte 2x, aber auch die erhöhten Stangen blieben liegen. Dann noch das Tor. Als ich da ankam, war ich richtig fertig mit den Nerven vor lauter Konzentration. Das Tor gelang gut, dann ging es um eine enge Kurve auf die Brücke mit einer Stange drauf. Dank der Stange schaute Rick deutlich hin (und heimste sich ein ½ Plus-Score ein :wink: ). Und nach einer weiteren engen Kurve ganz nahe daran war noch ein Walk-over mit 5 Stangen, davon 2 erhöht. Das machte Rick fehlerfrei. Insgesamt 35 Stangen waren zu überreiten.
Es waren 16 Starter, und einige hatten sehr schöne Ritte gezeigt. Zu meiner Freude gewannen wir auch dieses Trail (mit 68,5). :D

Es gab eine weitere Pause, und dann bereitete ich mich aufs Horsemanship vor. Es hatte einen Moment aufgehört zu regnen, so konnte ich auf den leeren Aussenplatz das Pattern in Ruhe durchreiten. Alles klappte gut, so war ich zuversichtlich.

Rick war immer noch motiviert, so klappte der Zirkel im Aussengalopp problemlos. Dann ritt ich einen einfachen Wechsel über den Trab und wollte im Handgalopp weitergaloppieren. Aber irgendwas hakte bei meinen Knochen. Ich bekam mein Becken nicht sauber rum, und prompt galoppierte Rick meinem Signal folgend noch einmal sauber und ruhig im Aussengalopp an. :shock: So ein Pech aber auch. :? Rick hatte sich doch so Mühe gegeben! So wurden wir im Horsemanship 6.

Als ich fürs Pleasure abritt merkte ich, dass Rick schon ziemlich geschafft war. Als ich seinen Rücken holen wollte, sträubte er sich nicht, er reagierte aber auch nicht wirklich. So hatte es gar keinen Sinn, irgend etwas erzwingen zu wollen – das hätte er mir ev. nur während der Prüfung dann nur „heimgezahlt“ :wink: . So schaute ich einfach, dass er ein ruhiges Tempo und eine halbwegs ordentliche Haltung hatte.
Während der Prüfung lief Rick dann auch ganz zufrieden, ruhig und liess sich nicht von den anderen Pferden beeinflussen. Im Galopp war er mit dem Hals einen Tick zu hoch, aber was soll’s. Während dem 2. Galopp schaute die Richterin gerade zu uns, als Rick ins Stocken kam. Uff, ich konnte gerade noch ein Break of Gait verhindern. Aber Abzug gab es natürlich trotzdem wegen dem Taktverlust. Wir wurden im Pleasure 4.

Wir fuhren dann um 16.30h heim. Das Turnier ging noch bis sicher 20 Uhr. Eine Kollegin erzählte mir dann am nächsten Tag, wir hätten den Reserve Allaround geholt. :D Aber so lange wollten wir schon wegen Rick nicht warten. Wegen den Englisch-Prüfungen, dem Reining und Western Riding war ja auch gar nicht klar, ob wir überhaupt eine Chance hatten.


Sonntag, 20. Juni 2010

Ich war schon nach 8 Uhr im Stall. Es hatte gerade mal knapp 8 Grad und Rick war nicht gedeckt. Er stand auf dem Paddock draussen, stellte die Haare und hatte kalte Ohren. :? So legte ich ihm erst mal eine Decke auf und führte ihn auf dem Hof 10 Minuten herum. In diesem kalten Zustand hätte er sich nur sehr ungern bürsten und satteln lassen. Dafür genoss er anschliessend die Massage mit dem Silikon-Striegel sichtlich und kam aus dem Gähnen nicht mehr heraus. :lol: Auch beim Satteln blieben die Ohren vorne. :)

Da ich Regen erwartete, wählte ich eine Wald-Route. Rick marschierte zufrieden den Berg hoch. Der 1. Trab endete mit einem speziell steilen Stück. Normalerweise geht Rick dort gern in den Schritt zurück. Diesmal zog er einfach hoch, wie wenn es nichts wäre. Dann kam ein ganzes Stück bergab. Da musste ich zuerst schon etwas treiben, weil er sonst gar langsam war. Er bekam dann aber einen angenehmen Takt mit gut gewölbtem Rücken. Der anschliessende Trab war sehr lang und auch recht steil bergauf. Normalerweise macht er spätestens nach ¾ schlapp. Aber nix da, Rick galoppierte das letzte Stück sogar noch. Leider mussten wir auf einem neuen Weg in den Schritt zurück – der Jäger führte gerade seine Hunde aus. Rick marschierte dafür fleissig im Schritt weiter.

Obwohl Rick körperlich so fit war, war er im Kopf total gelassen, schaute nichts schräg an und scheute schon gar nicht. So macht Ausreiten Spass. :D

Ich übertrieb es dann aber doch nicht und machte keine allzu lange Tour nach dem anstrengenden Turniertag. 5,5 km sollten reichen.

Zum Schluss durfte Rick dann noch etwas Grasen. Wegen dem Dauerregen sind die Weiden leider schon seit Tagen geschlossen.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 23.06.2010 14:14:55

Montag, 21. Juni 2010

Ich war spät im Stall, zum Longieren hatte ich aber keine Lust. Also sattelte ich Rick und ging mit ihm etwas auf den Aussenplatz.

Ohne konkrete Ziele bewegte ich ihn einfach etwas in allen Gangarten. Und wie üblich, wenn er sich nicht besonders anstrengen muss, lief Rick ohne Wenn und Aber locker und zufrieden. :D


Dienstag, 22. Juni 2010

Das Wetter war endlich wieder einmal schön, so ging ich noch einmal auf den Aussenplatz. Ich nahm ein paar Marker mit, um symmetrische Figuren zu reiten. Ich stellte die Marker wie ein T hin (3 ein einer Reihe und einer links und einer Rechts) mit ca. 8 Metern Abstand zu einander.

Ich ritt dann im Schritt kleine Volten mit jeweils einem Marker in der Mitte. Zuerst immer eine Volte, geradeaus bis zum nächsten Marker und wieder eine Volte. Und dann begann ich, Achten zu reiten und kreuz und quer zwischen den Markern zu wechseln. Immer in Volten und Achten. Schliesslich ritt ich das alles auch im Jog. Der Sand war feucht, so sah ich die Spuren gut und konnte überprüfen, ob die Volten auch wirklich rund waren.

Als ich Rick schliesslich angaloppieren liess, war er durch die vielen Kringel ganz durchgelöst und sprang von Anfang an flüssig durch. Der Kopf war nur deshalb immer wieder zu hoch, weil er sich lieber die Gegend anschaute als sich voll zu konzentrieren. :wink: Ich korrigierte ihn zwar, blieb aber möglichst fein in meinen Hilfen und locker im Sitz. Schliesslich war sein Galopp ja grundsätzlich ganz ok. Auch der eine und andere fliegende Galoppwechsel kam flüssig und ohne Taktänderung.

Schliesslich gelangen sogar 1-händig gerittene Galopp-Traversalen ohne dass einer von uns sich unnötig verspannte. Das fühlte sich super an. :D

So hatte sich Rick das Trainings-Ende ziemlich bald verdient.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 25.06.2010 14:44:09

Mittwoch, 23. Juni 2010

Ich machte einen kleinen Ausritt um den Hausberg. Da gibt es nur gerade eine Trab- und je nach Bodenbeschaffenheit auch Galoppstrecke. Als ich den Weg entlang trabte sah ich, dass vor uns ein Pferd geführt wurde. Fussgänger kann man ja überholen und weitertraben, aber um ein Pferd „turne“ ich nicht herum. :?

Ich dachte, dass ich weder Pferd noch Führperson kenne und dass sie hoffentlich nicht den gleichen Weg haben wie ich. Pech gehabt – bei der Abzweigung ging die Frau den Weg hoch, den ich hätte traben wollen. :roll: So blieb ich im Schritt auf dem Weg geradeaus, um weiter hinten einen kleinen Trampelpfad hochzureiten. Wenn ich schon Schritt reiten musste, so sollte Rick wenigestens etwas klettern. :wink:

Beim Weglein angekommen sah ich, dass dieses mit Merkel schön ausgebaut und befestigt worden war. Und es hing nicht mal ein Reitverbondschild da. Da habe ich ja eine super Galoppstrecke entdeckt. :D :D Wobei ich sagen muss, dass ich Rick immer nur in gemässigtem Tempo galoppiere lasse, so dass die Wege nicht kaputt gehen.

Auf dem Heimweg streckte sich Rick im Schritt tüchtig, um dem inzwischen wieder vor uns gehenden Pferd nachzukommen. Erst am Ende des Weges hatte er es geschafft. Dafür wollte dann das andere Pferd nicht mehr weitergehen sondern lieber Rick begrüssen. Dieser bog jedoch zügig ab Richtung Stall. Das Futter war dann vermutlich doch wichtiger. :lol:


Donnerstag, 24. Juni 2010

Es war sehr warm und Rick liess schon im Stallgang das Köpfle hängen. So hätte ein Training gar keinen Sinn gehabt – ich hätte ihn wohl schieben müssen. :? Also ging ich noch einmal ausreiten.

Dafür wählte ich eine Route, wo Rick ausdauermässig etwas leisten musste. Er lief flüssig vorwärts, und liess sich durch nichts aus der Ruhe bringen. :D

Sogar am Berg galoppierte er kraftvoll hoch. Jedoch gab er kurz vor der Anhöhe auf, so liess ich ihn den Rest Schritt gehen. Es war auch so noch ziemlich beeindruckend, wie stark er pumpte. :shock: Ich stieg dann ab und führte ihn die letzte Viertelstunde heim. So konnte ich mir grad auch noch etwas die Beine vertreten.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 29.06.2010 09:17:30

Freitag, 25. Juni 2010

Trotz der Wärme wollte ich ein kurzes Trail-Training machen.

Wir legten auf einer Platzhälfte kreuz und quer 6 Stangen hin, über die ich nach dem Warmreiten in allen Gangarten ritt. Die Distanzen stimmten absichtlich nicht, so musste Rick seine Schrittlänge ständig selbständig variieren, was er toll machte. :)

Er arbeitete eine Weile gut mit, schnaufte aber auffallend heftig. :? So liess ich es nach 30 Min. Training gut sein.


Samstag, 26. Juni 2010

Ich ging um 14 Uhr bei 30 Grad ausreiten. Rick war körperlich fit und schwitzte kaum. Im Kopf war er jedoch zu träge, um irgend etwas schief anzuschauen. :wink:

Beim Schützenhaus wollte er so gerne mal über die Wiese rundherum laufen. Das erlaubte ich ihm für einmal, die Wiese war ja trocken bei den Wetter. Um Gebäude in Wald und Feld herumzulaufen ist drum Rick’s grosse Leidenschaft. :lol: Er ist jeweils einfach neugierig, was sich dahinter verbirgt. Und da er sich früher vor allem und jedem gefürchtet hat, unterstütze ich seine Neugierde, so weit es halt möglich ist. :)

Auf dem Galoppweg merkte ich dann seine Trägheit auch deutlich. Normalerweise muss ich ihn schon etwas zurückhalten, weil er rennen will. Diesmal galoppierte er ganz ruhig, so dass ich einfach „Passagier“ war. Ich musste jedoch auch nicht treiben. So mag ich es. :)

Ich nahm dann eine Abkürzung durch den Wald nach rechts, und eigentlich wäre unsere Runde auf dem Hauptweg nach rechts weitergegangen. Rick jedoch wollte nach der Abkürzung gerne nach links und dann den Weg zurück, den wir gekommen waren. Ok, bei der Wärme war ein Weg quer durch den Wald tatsächlich angenehmer als dem Waldrand entlang. Und wenn Rick so ausgesprochen artig ist, darf er auch mal den Weg selber wählen. :wink:

So tappte er dann ganz zufrieden heim und liess sich auch von diversen Traktoren nicht stören, die rundum für die Heugewinnung herumfuhren.


Sonntag, 27. Juni 2010

Ich war schon früh am Morgen im Stall und machte eine Bergtour. Rick war eher faul im Schritt und Trab, schnaufte aber nicht übermässig. Als ich ihn dann ziemlich oben auf einem feinen Kiesweg galoppieren liess, wachte er jedoch auf und zog zügig vorwärts.

Bergab ging es zuerst einen sehr schmalen und steilen Pfad. Ich war ziemlich beschäftigt, mich unter tiefen Ästen zu ducken und gleichzeitig Rick gut im Auge zu behalten, damit er nicht von praktisch in sein Maul ragenden Gräsern und Zweigen naschte. Alter Gauner. :lol:

Auf dem Hauptweg stieg ich dann ab und führte Rick in den Stall zurück. Das trockene, lose Kies auf dem Weg war etwas rutschtig und Rick lief am liebsten ganz dicht hinter mir, wie um in meine Fussstapfen zu treten, weil ich ja nicht ruschte. Aber ich sehe ihm jeweils an, ob er kabbeln will oder einfach die beste Bodenbeschaffenheit sucht. Bei letzterem darf er mir auch mal etwas (zu) dicht auf den Pelz rücken.


Montag, 28. Juni 2010

Eigentlich wollte ich wieder einmal trainieren. Aber was hatte immer noch 30 Grad... So ging ich kurzerhand noch einmal ausreiten. 8)

Ich wählte eine abwechslungsreiche Route mit Strassen, Waldwegen und schmalen Trampelpfaden quer durch den Wald.

Wenn ich auf dem Platz eine deutliche Versammlung abfragen will, braucht es jeweils einiges an „Überzeugungsarbeit“. :? Im Gelände geht das jedoch ganz von selber. Wenn Rick bergauf und bergab geht, kippt er sein Becken ab und wölbt den Rücken. So läuft er die ganze Zeit in einer optimalen Haltung, ohne dass ich die Zügel annehmen muss. :D

Als ich ihn nach einem kurzen und flotten Galopp zurück in die Versammlung holte, hatte ich ein kleines AHA-Erlebnis. Mit dem inneren Schenkel zu pumpen ist wichtig, aber vor allem muss auch mein äusseres Bein deutlichen Kontakt zum Pferdebauch haben - also quasi passiv gegenhalten. So geht es viel besser. :)

Zurück im Stall hatte sich Rick dann eine Dusche verdient.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 01.07.2010 11:16:23

Dienstag, 29. Juni 2010

Eisern ging ich wieder einmal auf den Platz. Nachdem ich Rick mit konsequentem Treiben im Schritt mal in Gang gebracht hatte, lief er trotz der Hitze recht flüssig vorwärts.

Was mir am meisten zu schaffen machte war, dass er extrem abelenkt war. Auf einer Seite des Platzes lag ausserhalb ein grosses Stück Papier (wie ein Flip-Chart). Das gehörte nicht da hin, also wurde es bei jedem Passieren intensiv angeschaut. :roll: Auf der anderen langen Seite grasten ausserhalb die Schafe. Da konnte Rick sich unmöglich auch noch auf mich konzentrieren, wenn er an denen vorbeilief. :? Und dann waren ja auch noch die Kühe auf der anderen Strassenseite. Bei jedem Passieren der jeweiligen Ecke ging sein Kopf wie von einem Seil gezogen hoch. :roll:

Da hiess es für mich: Tief durchatmen und einfach nicht aufregen. *ooohhhmmm* :lol:

Am Papier und an den Schafen lief Rick schliesslich in gleich bleibender Haltung vorbei, es blieb also noch die „Kuh-Ecke“. Dort liess ich ihn kleine Volten laufen und nahm immer wieder die Zügel auf, wenn er hoch kam, worauf er schön nach unten nachgab. Kaum war der Zügel jedoch lose, ging der Kopf wieder hoch. Das wiederholte ich einfach stur und ohne den Druck zu erhöhen. Ich hatte ja nichts anders zu tun. :wink:

Und meine Geduld wurde belohnt. Plötzlich gab Rick auch im Kopf nach und blieb auch in dieser Ecke richtig schön unten. :D Ich lobte ihn und liess ihn im Schritt zum Ausgang gehen.

Zum Abschluss machte ich noch eine 15-Minuten-Runde ins Gelände mit einem Wiesengalopp. Auf Wiesen darf man bei uns grundsätzlich nicht reiten. Dies ist jedoch ein überwachsener Feldweg, also ist es erlaubt. :)

Auf dem Rückweg zum Stall trottete Rick müde und zufrieden daher. Da hätte vermutlich ein Panzer kommen können, er hätte nicht hochgeschaut. :lol:


Mittwoch, 30. Juni 2010

Rick war so warm dass er sogar das Heu in der Box liegen liess, um im kühleren Auslauf zu stehen. :?

Ich konnte mich einer Miteinstellerin für einen kleinen Ausritt anschliessen. Die beiden Wallache trotteten zufrieden nebeneinander her. Rick fand es lustig, den anderen immer mal wieder zu necken. Dieser reagierte jedoch friedfertig. Gekabbel unter Wallachen halt. :wink:

Auf einem kurzen Stück konnte man galoppieren. Da zog Rick richtig vorwärts und wollte gar nicht mehr bremsen. :lol: Er hatte den anderen Wallach jedoch nicht abgehängt sondern dessen Reiterin bremste diesen lediglich. :wink:

Zurück im Stall genoss Rick eine kühle Dusche richtig. Bei dem Wetter wird auch ein wasserscheues Pferd plötzlich zur Wasserratte. :wink:

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 02.07.2010 10:16:05

Donnerstag, 1. Juli 2010

Ich ging auf den Aussenplatz, um wieder einmal normal zu trainieren. Im Schritt schickte ich Rick vorwärts, und sein „Motor“ sprang an. Im Trab ging er dann mit einem guten Schwung vorwärts, war wach und schaute doch nichts schräg an. :)

Im Galopp war sein Kopf zunächst zu hoch. Aber nach ein paar Runden Aussengalopp gab sich das, und er lief recht gut.

Es gab dann eine ungewollte Unerbrechung. Während dem Galopp war mit nämlich mein Handy aus der Handy-Tasche gefallen :shock: (der Klett hatte sich gelöst - das war in all den Jahren noch nie passiert). Ich sah aus dem Augenwinkel, wie es runterfiel. Ich hielt Rick sofort an und dachte, dass ich nur absteigen und es wieder aufheben muss. Aber wo war es??? So oft ich auch an der Stelle, wo es runtergefallen war, hin und her lief, ich sah es einfach nicht. Auch nachdem ich mit dem Schuh etwas Sand geschaufelt hatte, sah ich nichts. :? Zum Glück hatte ich es auf „laut“ geschaltet so fragte ich die Trainerin, die gerade Reitstunde gab, ob sie mich bitte aufs Handy anrufen könne. Und obwohl das Läuten gut hörbar war musste ich noch einen Moment suchen, bis ich das gute Stück ca. 3cm unter der Oberfläche im Sand verborgen fand. Vermutlich war es im absolut trockenen und feinen Reining-Sand schon durch den Aufprall unter die Oberfläche gerutscht. Zum Glück war alles heil geblieben, so konnte ich wieder aufsteigen und weiterreiten. :D

Ich liess Rick dann im Jog viele enge Bögen laufen und fragte auch Hinterhandwendungen ab. Als ich ihn wieder angaloppieren liess, war er in der Schulter noch ein Stück lockerer geworden.

Und als ich ihn schliesslich auf der Rail galoppieren liess, war ich einfach nur begeistert. :D Er hatte auf beide Seiten eine für ihn tolle Pleasure-Haltung und schaute die Schafe und Kühe zwar an, veränderte jedoch seine Hals-Haltung nicht. Und so darf er ja auch etwas gucken, da habe ich nichts dagegen. :wink: Die anderen Reiter auf dem Platz dachten vermutlich, dass ich nicht ganz normal sei, weil ich Rick so überschwänglich lobte. :lol: Ich stieg dann auf dem Platz ab, lockerte den Gurt und knuddelte ihn noch einmal. Es hatte sich also gelohnt, dass ich vorgestern so geduldig-stur war. :D

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 05.07.2010 10:29:40

Freitag, 2. Juli 2010

Rick war bei dem schwül-warmen Wetter ziemlich träge, marschierte jedoch zufrieden vorwärts auf unserem kleinen Hausberg-Ausritt. Auf einem Waldweg, wo in der Breite gerade mal 1 Auto Platz hat, kam von hinten ein grosser Traktor mit Vieh-Anhänger angefahren. Ich musste regelrecht einen Platz suchen, wo ich ausweichen konnte – der Weg ist links und recht dicht zugewachsen. Rick stand dann ganz ruhig in einer kleinen Nische neben dem Weg und hatte wohl schlicht zu wenig Energie, um sich vor dem grossen Gefährt zu fürchten. :lol:

Als wir dann jedoch an den kleinen Galoppweg kamen, erwachten seine Lebensgeister. Er lief munter und ohne zu rennen hoch. Zurück auf dem Hauptweg liess ich ihn noch eine ganze Weile weitertraben. Und obwohl es leicht bergab ging, fiel er nicht auseinander sondern blieb am losen Zügel kompakt. :)

Die anschliessende Dusche gehört mittlerweile schon zum Standard-Pflegeprogramm. :wink:


Samstag, 3. Juli 2010

Rick hatte einen Weide- und Ausruh-Tag, da ich keine Zeit hatte.


Sonntag, 4. Juli 2010

Es sah nach Gewitter aus, so wollte ich nicht in den Wald sondern ging auf den Aussenplatz (am Vortag hatte es sehr heftige Regenfälle gegeben). Die Bremsen schwirrten nur so um uns herum, aber offenbar hatte ich einen guten Bremsen-Spray erwischt. Sie liessen uns nämlich weitgehend in Ruhe. 8)

Ich hatte den Tracker angestellt, weil ich ja eigentlich ins Gelände wollte. So liess ich Rick zuerst mal 700 Meter Schritt gehen, dann 800 Meter zügig vorwärtstraben und 800 Meter galoppieren.

Dann arbeitete ich am Weichen vom Zügel. Rick hat gerade eine Phase, in der er gerne etwas dagegen drückt. :? Sobald er drückt, steuere ich mit dem Zügel betont deutlich, ohne jedoch am Zügel nach hinten zu ziehen. Der Druck soll vor allem seitwärts wirken. Rick kommt dann deutlich herum. Ich lasse los, Rick läuft wieder geradeaus, und ich probiere es mit feiner Zügelhilfe gleich noch einmal. Meistens braucht es 2-3 Korrekturen bis Rick akzeptiert, dass ich nun mal drauf bestehe, dass er sofort reagiert. Dann hält das wieder für ein paar Wochen. :wink:

Ich liess ihn dann Trab-Traversalen laufen, was recht gut klappte. Im Galopp jedoch war Rick zuerst sehr zäh. Vor allem im Rechtsgalopp hat er einfach Mühe. So probierte ich es – ohne den Druck zu erhöhen – ein paar Mal. Und schliesslich war ich mit ein paar guten Seitwärts-Sprüngen zufrieden. :)
Es begann zu Tröpfeln. Weil es am Vortag so heftig geregnet hatte wollte ich nicht riskieren, dies zu ignorieren. Aber Galopp-Traversale links wollte ich trotzdem noch abfragen. Das klappte dann aber auf Anhieb recht ordentlich, so ritt ich zum Stall hoch (das sind ca. 250 Meter).

Die Halle war leer, so kramte ich wieder einmal das Zirkus-Podest hervor und liess Rick draufklettern. Das muss ich ihn jeweils nicht 2x bitten, denn er liebt es, von oben auf mich runterzugucken. :lol: Im Moment stellt er sich nur mit den Vorderbeinen drauf. Da das Podest recht klein ist schafft er es nicht mehr, mit allen Vieren draufzustehen – dazu muss er in die Bergziege-Stellung gehen. Aber das kriegen wir auch wieder hin. Und das Belohnungs-Leckerli gebe ich ihm jeweils möglichst tief, das ist dann so zu sagen Dehnung von Kopf bis Schweif. :wink:

Zuerst war er im Sortieren seiner Beine recht unsicher. Ich übte dann mit ihm, dass ich seine Vorder-Hufe auf dem Podest verstellen kann. Dazu muss er das Gewicht auf das andere Vorderbein verlagern, damit ich das gewünschte Bein anheben kann. Und dann muss das Gewicht wieder zurück auf beide Beine. Nach kurzer Unsicherheit verstand er dann, was ich wollte und machte gut mit. Dies brauche ich für später, wenn Rick alle 4 Füsse aufs Podest stellen soll. Dann müssen seine Vorderhufe möglichst weit vorne stehen, damit die hinteren überhaupt Platz haben.

Dann wurde es kniffliger. Ich verlangte nämlich, dass er – mit den Vorderbeinen auf dem Podest – eine Vorhandwendung machte. Das braucht eine andere Balance als mit den Vorderbeinen auf der Erde. Zuerst wollte Rick mit den Vorderbeinen runter, getraute sich dann aber doch. Mit 2-3 Seitwärts-Tritten auf beide Seiten war ich mehr als zufrieden. :)

Wichtig war auch Rick klarzumachen, dass er immer rückwärts wieder runter muss, da er ja nur mit den Vorderbeinen draufsteht – sonst würde das Podest zwischen seinen Beinen landen. Da er ja nicht sehen kann, wo er rückwärts hintritt, sage ich immer „Achtung“ in dem Moment, in dem er ein Bein anhebt, das als nächstes ins Leere resp. in die Tiefe tritt.

Nach ein paar Minuten Üben liess ich Rick schliesslich frei, damit er sich noch wälzen konnte. Kaum stand er wieder auf den Beinen marschierte er zum Podest und kletterte gleich wieder hoch. Kleines Pferd ganz gross halt. :lol:

Nachdem er sich noch einmal vom Podest entfernt hatte stieg ich hoch und schaute ihn herausfordernd an. Schon kam er her und stieg ebenfalls hoch, worauf ich natürlich runter musste, so viel Platz hatte es nicht. Das war ein klarer Rückzug von mir. Aber Rick stellte meine Chef-Position nicht grundsätzlich in Frage, das spürte ich. So war er anschliessend immer noch respektvoll mir gegenüber.

Zum Schluss führte ich Rick zuerst aus der Halle und räumte erst dann das Podest weg – allein möchte ich ihn doch nicht lassen damit, man weiss ja nie. :?

Ach ja, inzwischen schien die Sonne wieder.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 07.07.2010 13:25:05

Montag, 5. Juli 2010

Ich hatte nicht viel Zeit und ritt die kleine Hausrunde, diesmal der schnelle Weg mit viel Trab. Rick war gut drauf und marschierte zufrieden vorwärts. :)

Auf dem Rückweg wurden wir von einer Pferdebremse belagert. Ich fuchtelte mit dem Zügelende nach der Bremse, während ich beruhigend auf Rick einredete. Rick mag es ja gar nicht wenn etwas auch nur im Ansatz nach einem Schlag aussieht. :shock: Er beruhige sich sofort und zuckte schliesslich nicht mal mehr mit dem Ohr, als ich das Zügelende mit Schmackes auf meine Jeans sausen liess, wo die Bremse gerade sass. Diese zog es dann vor, ihre Flügel in Sicherheit zu bringen, obwohl ich sie nicht getroffen hatte. :lol:


Dienstag, 6. Juli 2010

Zusammen mit 2 Miteinstellerinnen zogen wir los für einen Ausritt. Von einem Waldweg bogen wir auf eine unbefestigte Waldarbeiter-Schneise ab, der Boden war trocken genug dafür. Es ging richtig steil hoch. Rick ging voraus und wechselte immer wieder kurz in den Trab, weil es ihm im Schritt zu mühsam war. Die Pferde mussten zwischen tiefen Fahrzeugfurchen und Wildwuchs balancieren. Als wir fast oben waren, lag ein Baum quer zum Weg. :roll: Er war nicht sehr hoch, aber es ragten ca. 10cm lange Ast-Enden unfallträchtig nach oben. :? Also stieg ich ab und zückte meine Taschenmesser mit einer Säge dran. 8) Rick fand es toll, derweil zu fressen, denn ich konnte ihn unmöglich halten, vom Fressen abhoalten und gleichzeitig sägen. Und der Weg war zu eng, dass eine Mitreiterin hätte helfen können – wir standen im Gänsereihe da. Ok, dann eben. :roll: Schliesslich war der Weg passierbar und die Pferde kletterten über den Stamm - geschafft. :) Je weiter wir kamen, desto zugewachsener war der Weg - wegen dem Baumstamm war da wohl lange niemand mehr dort durchgekommen. Das letzte Stück musste sich Rick richtig durch den Wildwuchs kämpfen und zum Schluss noch quasi durch einen tiefhängenden Zweig laufen. Er nahm die letzten Meter im Galopp, was für mich nicht grad bequem war wegen dem Zweig. :shock: Aber vor allem regte er sich extrem auf - er hatte wohl Angst bekommen weil es immer enger wurde. Er stand schliesslich auf dem Haupt-Weg und vibrierte unter mir so heftig, dass ich damit rechnete, dass er vor lauter Stress steigen würde. :? So beugte ich mich nach vorne, kraulte ihn mit beiden Händen energisch am Hals und sagte so was wie "es ist alles in Ordnung". So beruhigte er sich schnell wieder. Der Heimweg war dann wieder ganz friedlich. Und obwohl wir auf diesem Ausritt keine Trabsterecke hatten, waren die Pferde vom Klettern ziemlich geschafft. :wink:

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 09.07.2010 09:57:07

Mittwoch, 7. Juli 2010

Als ich in den Stall kam, stand Rick schon recht desinteressiert da. Er holte sich sein Begrüssungs-Leckerli nicht, also sollte er es halt bleiben lassen. :?

Ich zog ihm den Kappzaum an und führte ihn auf dem Hof warm. Das klingt bei dem Wetter etwas komisch, ich gebe es zu. :wink: Aber einlaufen muss sich ein Pferd ja trotzdem.
Ich bestand darauf, dass Rick nicht einfach faul hinter mir hertappte sondern auf meiner Höhe fleissig lief.

In der Halle hängte ich Rick dann an die Longe und musste einen Moment energisch treiben, damit er überhaupt ein fleissiges Tempo einnahm. Er stellt klar in Frage, ob er wirklich muss oder nicht. Ja, er musste. Dann war aber der Bann gebrochen und er lief gut vorwärts. :)

Als er im Trab den Rahmen erweitern sollte, gab es noch einmal eine ziemliche Diskussion. Er galoppierte jedes Mal sofort an, wenn ich wie üblich zum Beschleunigen schnalzte. Und ich stellte ihm jedes Mal in den Weg, um ihn wieder in den Trab zurück zu holen. So ging das dann eine Weile hin und her – ooohhhmmm. :lol:

Schliesslich gab Rick nach und schwang seine Beine in der Bewegung richtig durch, während er in schöner Dehnungshaltung lief. Da lobte ich ihn überschwänglich, liess ihn anhalten und kraulte mal seinen Hals. :D

Von da an gab es nichts mehr zu meckern für mich. Nach links fiel es Rick deutlich schwerer, den Rahmen maximal zu erweitern. Aber er gab sich sichtlich Mühe, das reichte mir.

Zum Schluss durfte er sich wälzen gehen. Er legt sich gerne nahe der Wand hin. Nur diesmal war es etwas gar knapp. Seine Hufe schlugen nämlich mit einem lauten Knall an die Wand, als er sich über den Rücken drehte. Der Bursche liegt noch mal fest! :shock: Aber diesmal konnte er einmal mehr gut selber aufstehen.

Als ich ihn in der Halle kurz allein liess, lief er in eine hintere Ecke. Und diesmal konnte ich ihn auch mit einem Leckerli nicht locken. Naja, ich habe auch nicht immer gute Tage. :wink: Aber immerhin geht er nie weg, wenn ich ihn beim Freilauf in der Halle oder auf der Weide holen will. Das ist doch auch schon was.


Donnerstag, 8. Juli 2010

Ich hatte mir einen Plan zurechtgelegt, um Rick bei den über 30 Grad mit möglichst wenig Anstrengung von uns beiden möglichst effektiv zu gymnastizieren. Zu diesem Zweck nahm ich 4 Marker auf den Aussenplatz mit und stellte sie im Abstand von ca. 9-10 Metern in einem Quadrat auf.

Schon im Schritt ritt ich kleine Volten um die Marker, abwechselnd Volte und Gerade oder Achten auf der Diagonale oder den kurzen Seiten. Rick sah seinen Weg und machte gut mit.

Im Jog liess ich ihn zuerst ein paar Runden in grossen Bögen gehen und lenkte ihn dann auch zu den Markern. Nach einigen Kringeln kam sein Rücken hoch und er lief in einem guten Takt.

So galoppierte er dann auch schon in einer recht guten Haltung an und trug sich ordentlich auf der Hinterhand. Nach ein paar Runden Galopp ging es wieder zu den Markern und ich liess Rick zuerst Kleeblätter im Handgalopp laufen und schliesslich auch solche mit Wechsel zwischen Handgalopp und Aussengalopp. Rick lief die engen Bögen im Aussengalopp fast mühelos. Auch kleine Volten im Aussengalopp schaffte er besonders leicht, und zwar auf beide Seiten. :D

Eigentlich hatte ich ja ein Wärme-Schon-Programm machen wollen. Aber Rick lief so toll und schien sich auch nicht gross anzustrengen, so wurde schliesslich doch eine normale Trainings-Einheit daraus. :oops: :wink:

Quasi zur Kontrolle liess ich ihn zum Schluss im Jog lauter ganz enge Kurven auf beide Seiten laufen. Rick war wie auf Schienen und reagierte mit ganz lockerer Schulter auf feine Signale. :D

Nun war aber wirklich Schluss, und ich ritt zurück zum Stall.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 12.07.2010 15:51:15

Freitag, 9. Juli 2010

Trail-Training auf dem Aussenplatz

Rick war träge und schaute wieder mal ständig den Kühe und Ziegen nach. :roll: Als er wiederholt über eine Stange stolperte weil er nicht guckte, wo er hinlief, habe ich ihn mal etwas geschüttelt und ausgeschimpft.
Danach ging es deutlich besser. 8)

Mein Mann hatte mir ein Zick-Zack aus Stangen hin gelegt, immer eine im rechten Winkel zu anderen. Zuerst ritt ich im Jog in Bögen darüber. Das war ganz schön eng, weil die Stangen keine 3 Meter lang sind. Und dann ritt ich einfach mal quer drüber, also über sehr schräg liegende Stangen. Das klappte dann auch recht gut.

Am Turnier nächsten Samstag muss man im AQHA Am. Trail ein L vorwärts im Jog durchreiten. So was hatte ich noch nie. Rick fand das nicht besonders schwierig. Aber wer weiss, wie eng dann die Stangen liegen. :?

Knifflig am Pattern ist, dass es viele Übergänge zwischen Trab und Galopp mit zum Teil sehr kurzen Distanzen gibt. Da muss das Pferd sehr aufmerksam und durchlässig sein und sofort reagieren.

Nach 30 Min. machte ich dann Schluss. Rick schnaufte nicht besonders stark, aber er war bei der Hitze offenbar nicht böse, aufhören zu können. :wink:


Samstag, 10. Juli 2010

Schon um 08 Uhr war ich im Stall und schloss mich 3 Miteinstellerinnen für einen Ausritt an.

Rick schwitzte schon nach 20 Minuten Schritt deutlich hinter den Ohren. :? Das ist meistens die 1. Stelle, an der er nass wird.

Beim Trab bergauf gab er sich dann jedoch keine Blösse neben einem grossrahmigen WB-Wallach. Er zog richtig vorwärts und wollte nur nicht zurückfallen. :lol:

Danach war er dann richtig nass, schnaufte aber nicht besonders stark. Und den Rest ging es sowieso im Schritt bergab.

Rick liess sich zurückfallen und trottete gemütlich hinter den anderen Pferden her. :wink:

Und eine Dusche hatte Rick zurück im Stall wirklich nötig.


Sonntag, 11. Juli 2010

Wieder war ich recht früh im Stall. Und gerade als ich Rick sattelte, begann es zu regnen. Aber es war nur ein leichter Landregen, also kein Grund, den geplanten Ausritt zu verschieben. Und kaum hatte ich den Regenschutz montiert, hörte der Regen auch schon wieder auf.

Es hatte eine kleine Abkühlung gegeben, so lief Rick endlich wieder einmal etwas flüssiger vorwärts. Auf einem Waldweg liess ich ihn galoppieren, und auch dort zog er angenehm, ohne hastig zu werden.

Auf dem Rückweg ritt ich dann mitten durchs Dorf. Auf den Feldwegen hätte es wohl zu viele Bremsen gehabt. Auf Dorfstrassen schaut Rick praktisch nichts an Verkehr schief an. Im Wald jedoch ist ein Auto schon gefährlicher, denn da gehört es schliesslich nicht hin. :lol:

Diesen Ausritt kann ich unter „sehr angenehm“ abhaken.

PS: Ich habe noch Bilder vom Freitag, die muss ich dann noch hochladen. :wink:

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 14.07.2010 14:07:13

Montag, 12. Juli 2010

Das Wetter war gerade am Umkippen von Schwül-heiss zu Gewitterhaft. Und obwohl der Himmel neben dem Reitplatz schon schwarz war, wollte ich noch schnell dort das Horsemanship-Pattern vom nächsten Samstag trainieren gehen.

Ich kürzte das Aufwärmen ein kleines bisschen ab, Rick lief jedoch locker und entspannt, so ging das schon.

Das Pattern ist technisch nicht sehr schwierig, aber um alle Linien und Übergänge perfekt zu treffen, ist es doch nicht ohne. :? Rick lief zufrieden durch, hauptsächlich gab es an meiner Linienführung zu korrigieren. Nach 2 Wiederholungen fand ich, dass das Licht plötzlich so komisch sei. Ich schaute an den Himmel hoch, und über dem Reitplatz war es inzwischen auch schwarz. :shock: So packte ich meine Marker zusammen und ritt zum Stall hoch. Und noch auf dem Weg begann es bereits zu tropfen. Allerdings war das Wetter „gnädig“ und legte erst richtig los, nachdem ich schon ca. 5 Min. in der Halle war. Dort lief Rick ebenfalls zufrieden.

Es war noch seltsam. Rick gab sich keine besondere Mühe. Wenn er am Samstag so durch die Prüfung läuft, werden wir irgendwo im Mittelfeld sein. Aber er hinterfragte auch keins meiner Kommandos sondern machte einfach seinen Job. Deshalb stieg ich schliesslich mit einem grossen Smile auf dem Gesicht ab. :D

Als ich seinen Mist aufsammelte, drückte er seine Nase an meinen Körper. Und es war nicht sein übliches etwas freches Kabbeln sondern er hielt einfach still. So legte ich meinen Arm um seinen Kopf und knuddelte ihn mit der anderen Hand während ich ihm erzählte, wie toll er doch sei. Und Rick sah so aus, als verstehe er jedes Wort. Das ist Harmonie *schwärm*.


Dienstag, 13. Juli 2010

Ich machte einen gemütlichen Ausritt in den Wald. Es war trotz der Hitze und den Bremsen gut auszuhalten.

Zuerst war Rick eher träge. Auf einem kurzen Galoppweg bergauf drehte er jedoch richtig auf und wollte gar nicht mehr bremsen. Wenn ich fürs Anhalten die Zügel brauche, bin ich nicht zufrieden, so liess ich Rick ein paar Tritte rückwärts den Berg wieder runter gehen. Das fand er natürlich nicht schön. Als ich ihn wieder antreten liess, wollte er jedoch gleich noch einmal losstürmen. So bremste ich ihn wieder, und es ging noch einmal etwas rückwärts. Dann war der „Schalter“ in Rick’s Kopf wieder auf der richtigen Position und er trottete entspannt zurück zum Stall.

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Beitrag von Sugar-for-Rick » 15.07.2010 21:33:17

Hier sind die versprochenen Bilder

Lope over
[img6d]http://foto.arcor-online.net/palb/alben ... 393930.jpg[/img6d]

[img6d]http://foto.arcor-online.net/palb/alben ... 326138.jpg[/img6d]

Piaffe - oder was?? :wink:
[img6d]http://foto.arcor-online.net/palb/alben ... 356365.jpg[/img6d]

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